1. Beschlussvorschlag
Die Leitung von brothaus möge beschließen, das Projekt "Mitfahrhilfe brothaus" als zunächst kleinen, funktionalen Pilot zu prüfen und freizugeben.
Der Pilot soll keine öffentliche Fahrerbörse sein, sondern eine koordinierte Vermittlungshilfe: Menschen mit Mitfahrwunsch melden ihren Bedarf. Fahrbereite Personen oder eine benannte Koordinationsstelle prüfen passende Möglichkeiten und nehmen Kontakt auf.
Vor einer technischen Umsetzung sollen insbesondere Zuständigkeit, Datenschutzprüfung, Löschfristen, Verantwortlichkeiten und der Umfang des Pilotbetriebs festgelegt werden.
2. Ausgangslage
Bei brothaus gibt es Menschen, die Gottesdienste oder andere Veranstaltungen nicht oder nur schwer erreichen können.
Betroffen sein können ältere Menschen, Menschen ohne Auto, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Personen, die nur für den Hinweg oder Rückweg Unterstützung benötigen. Gleichzeitig gibt es Menschen aus brothaus, die grundsätzlich bereit wären, jemanden mitzunehmen, wenn Ort, Strecke, Uhrzeit und persönlicher Rahmen passen.
Bisher geschieht eine solche Hilfe oft zufällig, telefonisch oder über persönliche Kontakte. Das ist menschlich wertvoll, aber organisatorisch schwer überschaubar. Das vorgeschlagene Projekt soll diese vorhandene Hilfsbereitschaft besser nutzbar machen, ohne eine große technische Plattform oder eine öffentliche Datenbörse aufzubauen.
3. Ziel des Projekts
Ziel ist eine einfache, sichere und praxistaugliche Mitfahrhilfe für Gottesdienste und Veranstaltungen von brothaus.
- Menschen mit Mitfahrwunsch sollen ihren Bedarf einfach melden können.
- Fahrbereite Menschen aus brothaus sollen ihre grundsätzliche Bereitschaft angeben können.
- Eine kleine Koordinationsstelle oder freigeschaltete Fahrerinnen und Fahrer sollen passende Fahrten prüfen.
- Personenbezogene Daten sollen nur im notwendigen Umfang verarbeitet werden.
- Mitfahrende sollen keine Fahrerlisten und keine Kontaktdaten anderer Personen sehen.
4. Vorgeschlagenes Modell
4.1 Zwei getrennte Arbeitsbereiche
| Bereich | Zweck | Sichtbarkeit |
|---|---|---|
| Mitfahrwunsch | Eine Person meldet, dass sie zu einer Veranstaltung hin, zurück oder beides mitgenommen werden möchte. | Die Person sieht nur ihr eigenes Formular und keine Fahrerangebote. |
| Fahrbereitschaft | Eine Person meldet, dass sie grundsätzlich jemanden mitnehmen könnte. | Die Daten sind nur intern für Koordination bzw. berechtigte Fahrer sichtbar. |
| Koordination | Offene Wünsche und Fahrangebote werden geprüft und bei passender Möglichkeit zusammengeführt. | Nur berechtigte Personen erhalten Zugriff. |
4.2 Empfohlener Start: Koordinationsmodell
Für den Einstieg wird empfohlen, nicht sofort ein vollständiges Fahrerportal freizuschalten. Datenschutzärmer und organisatorisch einfacher ist zunächst ein Koordinationsmodell:
- Mitfahrwunsch wird eingetragen.
- Fahrbereitschaft wird eingetragen.
- Eine benannte Koordination sieht beide Seiten.
- Die Koordination vermittelt telefonisch oder persönlich.
- Erst danach werden notwendige Kontaktdaten weitergegeben.
Ein späterer Fahrerbereich kann ergänzt werden, wenn der Pilot funktioniert und die Leitung von brothaus dies ausdrücklich freigibt.
5. Geplanter Ablauf im Pilotbetrieb
| Schritt | Beschreibung | Verantwortung |
|---|---|---|
| 1. Veranstaltung | Gottesdienst oder Veranstaltung von brothaus wird angelegt oder aus einer einfachen Liste ausgewählt. | Koordination / Pfarrbüro |
| 2. Mitfahrwunsch | Person meldet Bedarf: Ort, Telefon, Hinfahrt/Rückfahrt, kurzer Hinweis. | Mitfahrende Person oder Pfarrbüro |
| 3. Fahrbereitschaft | Fahrbereite Person gibt Ort, verfügbare Plätze, Richtung und Kontaktmöglichkeit an. | Fahrerin/Fahrer |
| 4. Prüfung | Koordination prüft, ob Ort, Uhrzeit, Strecke und Bedarf zusammenpassen. | Koordination |
| 5. Kontakt | Telefonische Klärung und verbindliche Absprache. | Koordination / Fahrer |
| 6. Abschluss | Status wird gesetzt: offen, vermittelt, erledigt, abgesagt oder nicht möglich. | Koordination |
6. Datenschutz und Datensparsamkeit
Das Projekt verarbeitet personenbezogene Daten, insbesondere Name, Wohnort/Abholort, Telefonnummer und Angaben zum konkreten Mitfahrbedarf. Deshalb muss vor dem Start eine kurze Datenschutzprüfung durch die zuständige Stelle erfolgen.
Die technische und organisatorische Planung orientiert sich an folgenden Grundsätzen:
- Zweckbindung: Die Daten werden ausschließlich zur Organisation der Mitfahrhilfe verwendet.
- Datenminimierung: Es werden nur Daten erhoben, die zur Vermittlung notwendig sind.
- Transparenz: Betroffene Personen erhalten vor Absenden des Formulars einen klaren Hinweis, wofür ihre Daten verwendet werden.
- Begrenzte Sichtbarkeit: Keine öffentliche Veröffentlichung von Namen, Telefonnummern oder Fahrerlisten.
- Speicherbegrenzung: Mitfahrwünsche werden nach einer definierten Frist gelöscht oder anonymisiert.
Hinweis zur rechtlichen Einordnung
Je nach Träger von brothaus kann staatliches Datenschutzrecht, kirchliches Datenschutzrecht oder eine Kombination aus beidem relevant sein. Im evangelischen Bereich ist regelmäßig das DSG-EKD zu prüfen, im katholischen Bereich das KDG. Die konkrete Einordnung sollte vor Freischaltung durch die zuständige Datenschutzstelle oder kirchliche Verwaltung bestätigt werden.
6.1 Daten, die voraussichtlich erforderlich sind
| Datenfeld | Warum erforderlich? | Empfehlung |
|---|---|---|
| Name | Zur persönlichen Zuordnung und Ansprache. | Pflichtfeld |
| Telefon | Zur kurzfristigen Abstimmung der Fahrt. | Pflichtfeld |
| Ort / Abholbereich | Zur Prüfung, ob eine Route passt. | Pflichtfeld; möglichst keine unnötig genaue Adresse öffentlich anzeigen |
| Hinfahrt / Rückfahrt | Zur konkreten Planung. | Pflichtauswahl |
| Hinweis zur Mobilität | Nur wenn organisatorisch nötig, z. B. Rollator oder Einstiegshilfe. | Knapp, ohne medizinische Diagnosen |
6.2 Nicht empfohlene Datenerhebung
Aus Gründen der Datensparsamkeit sollten insbesondere keine Geburtsdaten, Diagnosen, ausführlichen Gesundheitsangaben, Mitgliedsnummern oder unnötigen privaten Notizen erhoben werden.
6.3 Löschkonzept
Für einzelne Veranstaltungen wird vorgeschlagen, Mitfahrwünsche spätestens nach 30 bis 60 Tagen zu löschen oder zu anonymisieren. Fahrbereitschaften sollten mindestens jährlich bestätigt werden. Nicht mehr aktive Fahrangebote werden deaktiviert oder gelöscht.
7. Nutzen für brothaus
- Mehr Menschen können Gottesdienste und Veranstaltungen besuchen.
- Bestehende Hilfsbereitschaft wird sichtbar und geordnet nutzbar.
- Pfarrbüro und Ehrenamtliche bekommen einen besseren Überblick.
- brothaus stärkt Gemeinschaft, Teilhabe und gegenseitige Unterstützung.
- Das System kann klein beginnen und später wachsen.
8. Grenzen des Angebots
Die Mitfahrhilfe ist kein gewerblicher Fahrdienst, kein Taxiangebot und keine garantierte Beförderungsleistung.
Es handelt sich um eine ehrenamtliche Unterstützung im Rahmen von brothaus. Ein Mitfahrwunsch begründet keinen Anspruch auf eine Fahrt. Die konkrete Fahrt findet nur statt, wenn eine passende, freiwillige Fahrgelegenheit gefunden wird.
9. Haftung, Sicherheit und praktische Regeln
Vor dem Start sollten einfache Verhaltensregeln beschlossen werden. Dazu gehören:
- Fahrten erfolgen freiwillig und nach vorheriger Absprache.
- Fahrerinnen und Fahrer nutzen ihr eigenes Fahrzeug und müssen selbst fahrtüchtig sein.
- brothaus vermittelt nur den Kontakt bzw. koordiniert den Wunsch.
- Bei Unsicherheiten entscheidet die Koordination, ob eine Fahrt vermittelt wird.
- Besondere Hilfeleistungen, die über normale Begleitung hinausgehen, müssen vorher geklärt werden.
Eine abschließende Bewertung zu Versicherung und Haftung sollte vor dem Echtbetrieb über die zuständige kirchliche Verwaltung oder Versicherung erfolgen.
10. Technischer Pilotvorschlag
Für den Einstieg wird eine sehr kleine Webanwendung vorgeschlagen. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Design, sondern auf Funktion und Sicherheit.
| Baustein | Funktion |
|---|---|
| Mitfahrwunsch-Formular | Öffentliches Formular zur Meldung eines Mitfahrwunsches. |
| Fahrbereitschaft-Formular | Formular zur Meldung einer Fahrbereitschaft; optional zunächst nur intern. |
| Koordinationsübersicht | Geschützter Bereich mit offenen Wünschen und Fahrangeboten. |
| Statusverwaltung | Offen, in Klärung, vermittelt, erledigt, abgesagt, nicht möglich. |
| Löschfunktion | Manuelle oder spätere automatische Löschung alter Einträge. |
10.1 Keine eigene Domain im ersten Schritt erforderlich
Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollte der Pilot zunächst unter einer vorhandenen technischen Umgebung oder einer bestehenden Subdomain getestet werden. Eine eigene Domain sollte erst reserviert werden, wenn die Leitung von brothaus das Projekt grundsätzlich freigibt und ein realer Bedarf bestätigt ist.
11. Vorgeschlagene Pilotphase
| Phase | Inhalt | Ergebnis |
|---|---|---|
| Phase 1 | Beschluss und Benennung einer verantwortlichen Koordination. | Freigabe zur Vorbereitung. |
| Phase 2 | Datenschutz- und Haftungsprüfung im kleinen Umfang. | Klare Rahmenbedingungen. |
| Phase 3 | Technischer Minimalpilot mit wenigen Testpersonen. | Funktionstest ohne öffentliche Bewerbung. |
| Phase 4 | Testbetrieb für ausgewählte Gottesdienste oder Veranstaltungen. | Erfahrungswerte und Rückmeldungen. |
| Phase 5 | Entscheidung über dauerhaften Betrieb, Ausbau oder Einstellung. | Beschluss zur Fortführung. |
12. Entscheidungsbedarf der Leitung von brothaus
Für den nächsten Schritt werden folgende Entscheidungen benötigt:
- Soll das Projekt grundsätzlich weiter vorbereitet werden?
- Wer übernimmt die fachliche Koordination?
- Wer ist datenschutzrechtlich verantwortlich?
- Soll zunächst nur ein Koordinationsmodell ohne Fahrerportal umgesetzt werden?
- Welche Veranstaltungen sollen in der Pilotphase berücksichtigt werden?
- Welche Löschfristen werden festgelegt?
- Soll vorerst auf eine eigene Domain verzichtet werden?
13. Empfehlung
Das Projekt ist fachlich sinnvoll, wenn es bewusst klein, datensparsam und koordiniert gestartet wird. Es sollte nicht als offene Plattform aufgebaut werden, sondern als geschützte Vermittlungshilfe von brothaus.
Empfohlen wird ein Pilot mit folgenden Leitplanken:
kleiner Start keine öffentliche Fahrerlisten nur notwendige Daten klare Koordination Löschfrist Datenschutzprüfung vor Freischaltung
14. Mustertext für Formular und Einwilligung
14.1 Hinweistext für Mitfahrwunsch
Mit diesem Formular können Sie brothaus mitteilen, dass Sie für eine Veranstaltung eine Mitfahrgelegenheit suchen. Ihre Angaben werden ausschließlich verwendet, um eine mögliche Mitfahrt zu organisieren. Eine Mitfahrt kann nicht garantiert werden.
Ihre Daten werden nicht öffentlich angezeigt. Sie werden nur von berechtigten Personen von brothaus bzw. von einer passenden fahrbereiten Person verarbeitet, soweit dies zur Abstimmung der Fahrt erforderlich ist.
14.2 Einwilligungs-Checkbox
Checkbox: Ich bin damit einverstanden, dass meine Angaben zur Organisation einer Mitfahrgelegenheit verarbeitet und - soweit erforderlich - an eine passende fahrbereite Person weitergegeben werden. Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung für die Zukunft widerrufen kann.
14.3 Hinweistext für Fahrbereitschaft
Mit diesem Formular können Sie brothaus mitteilen, dass Sie grundsätzlich bereit sind, eine Person zu Gottesdiensten oder Veranstaltungen mitzunehmen. Ihre Kontaktdaten werden nicht öffentlich angezeigt. Sie werden nur zur Koordination der Mitfahrhilfe genutzt.
15. Grobe technische Datenstruktur
Für eine spätere Umsetzung reichen zunächst wenige Datenbereiche. Diese Aufstellung dient nur der Planung und ist noch keine technische Endfassung.
| Datenbereich | Beispiele |
|---|---|
| Veranstaltungen | Titel, Datum, Uhrzeit, Ort, aktiv ja/nein |
| Mitfahrwünsche | Name, Telefon, Wohnort/Abholbereich, Veranstaltung, Hinfahrt/Rückfahrt, Bemerkung, Status |
| Fahrbereitschaften | Name, Telefon, Wohnort, verfügbare Plätze, Richtung, Hinweise, aktiv ja/nein |
| Benutzer / Rollen | Admin, Koordination, später optional Fahrerbereich |
| Protokoll | Eintrag erstellt, Status geändert, gelöscht/anonymisiert |
16. Quellen und Orientierung
Diese Projektbeschreibung ersetzt keine Rechtsberatung. Sie ist eine organisatorische Entscheidungsgrundlage für die Leitung von brothaus.
- DSGVO, Artikel 5 - Grundsätze für die Verarbeitung personenbezogener Daten: https://dsgvo-gesetz.de/art-5-dsgvo/
- Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit - Kirchen, Religionsgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen: https://www.bfdi.bund.de/DE/Buerger/Inhalte/Allgemein/Datenschutz/Kirchen_Religionsgemeinschaften.html
- Evangelische Kirche in Deutschland - Datenschutzrecht / DSG-EKD: https://datenschutz.ekd.de/datenschutzrecht/ekd/
- Deutsche Bischofskonferenz - Datenschutz / KDG: https://www.dbk.de/themen/kirche-staat-und-recht/datenschutz-faq
17. Beschlussvermerk
Die Leitung von brothaus hat die Projektbeschreibung beraten.