Beschlussvorlage / Projektbeschreibung

Mitfahrhilfe brothaus

Vorschlag für ein datensparsames, koordiniertes Angebot zur Vermittlung von Fahrgelegenheiten zu Gottesdiensten und Veranstaltungen von brothaus.

Projektname Mitfahrhilfe brothaus
Version 0.1 - Entwurf zur Beratung
Stand 14.05.2026
Einreichung an Leitung von brothaus / Kirchenvorstand / Pfarrgemeinderat

1. Beschlussvorschlag

Die Leitung von brothaus möge beschließen, das Projekt "Mitfahrhilfe brothaus" als zunächst kleinen, funktionalen Pilot zu prüfen und freizugeben.

Der Pilot soll keine öffentliche Fahrerbörse sein, sondern eine koordinierte Vermittlungshilfe: Menschen mit Mitfahrwunsch melden ihren Bedarf. Fahrbereite Personen oder eine benannte Koordinationsstelle prüfen passende Möglichkeiten und nehmen Kontakt auf.

Vor einer technischen Umsetzung sollen insbesondere Zuständigkeit, Datenschutzprüfung, Löschfristen, Verantwortlichkeiten und der Umfang des Pilotbetriebs festgelegt werden.

2. Ausgangslage

Bei brothaus gibt es Menschen, die Gottesdienste oder andere Veranstaltungen nicht oder nur schwer erreichen können.

Betroffen sein können ältere Menschen, Menschen ohne Auto, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Personen, die nur für den Hinweg oder Rückweg Unterstützung benötigen. Gleichzeitig gibt es Menschen aus brothaus, die grundsätzlich bereit wären, jemanden mitzunehmen, wenn Ort, Strecke, Uhrzeit und persönlicher Rahmen passen.

Bisher geschieht eine solche Hilfe oft zufällig, telefonisch oder über persönliche Kontakte. Das ist menschlich wertvoll, aber organisatorisch schwer überschaubar. Das vorgeschlagene Projekt soll diese vorhandene Hilfsbereitschaft besser nutzbar machen, ohne eine große technische Plattform oder eine öffentliche Datenbörse aufzubauen.

3. Ziel des Projekts

Ziel ist eine einfache, sichere und praxistaugliche Mitfahrhilfe für Gottesdienste und Veranstaltungen von brothaus.

Grundprinzip: Wer mitfahren möchte, meldet seinen Wunsch. Wer fahren kann, wird nicht öffentlich angezeigt.

4. Vorgeschlagenes Modell

4.1 Zwei getrennte Arbeitsbereiche

Bereich Zweck Sichtbarkeit
Mitfahrwunsch Eine Person meldet, dass sie zu einer Veranstaltung hin, zurück oder beides mitgenommen werden möchte. Die Person sieht nur ihr eigenes Formular und keine Fahrerangebote.
Fahrbereitschaft Eine Person meldet, dass sie grundsätzlich jemanden mitnehmen könnte. Die Daten sind nur intern für Koordination bzw. berechtigte Fahrer sichtbar.
Koordination Offene Wünsche und Fahrangebote werden geprüft und bei passender Möglichkeit zusammengeführt. Nur berechtigte Personen erhalten Zugriff.

4.2 Empfohlener Start: Koordinationsmodell

Für den Einstieg wird empfohlen, nicht sofort ein vollständiges Fahrerportal freizuschalten. Datenschutzärmer und organisatorisch einfacher ist zunächst ein Koordinationsmodell:

  1. Mitfahrwunsch wird eingetragen.
  2. Fahrbereitschaft wird eingetragen.
  3. Eine benannte Koordination sieht beide Seiten.
  4. Die Koordination vermittelt telefonisch oder persönlich.
  5. Erst danach werden notwendige Kontaktdaten weitergegeben.

Ein späterer Fahrerbereich kann ergänzt werden, wenn der Pilot funktioniert und die Leitung von brothaus dies ausdrücklich freigibt.

5. Geplanter Ablauf im Pilotbetrieb

Schritt Beschreibung Verantwortung
1. Veranstaltung Gottesdienst oder Veranstaltung von brothaus wird angelegt oder aus einer einfachen Liste ausgewählt. Koordination / Pfarrbüro
2. Mitfahrwunsch Person meldet Bedarf: Ort, Telefon, Hinfahrt/Rückfahrt, kurzer Hinweis. Mitfahrende Person oder Pfarrbüro
3. Fahrbereitschaft Fahrbereite Person gibt Ort, verfügbare Plätze, Richtung und Kontaktmöglichkeit an. Fahrerin/Fahrer
4. Prüfung Koordination prüft, ob Ort, Uhrzeit, Strecke und Bedarf zusammenpassen. Koordination
5. Kontakt Telefonische Klärung und verbindliche Absprache. Koordination / Fahrer
6. Abschluss Status wird gesetzt: offen, vermittelt, erledigt, abgesagt oder nicht möglich. Koordination

6. Datenschutz und Datensparsamkeit

Das Projekt verarbeitet personenbezogene Daten, insbesondere Name, Wohnort/Abholort, Telefonnummer und Angaben zum konkreten Mitfahrbedarf. Deshalb muss vor dem Start eine kurze Datenschutzprüfung durch die zuständige Stelle erfolgen.

Die technische und organisatorische Planung orientiert sich an folgenden Grundsätzen:

Hinweis zur rechtlichen Einordnung

Je nach Träger von brothaus kann staatliches Datenschutzrecht, kirchliches Datenschutzrecht oder eine Kombination aus beidem relevant sein. Im evangelischen Bereich ist regelmäßig das DSG-EKD zu prüfen, im katholischen Bereich das KDG. Die konkrete Einordnung sollte vor Freischaltung durch die zuständige Datenschutzstelle oder kirchliche Verwaltung bestätigt werden.

6.1 Daten, die voraussichtlich erforderlich sind

Datenfeld Warum erforderlich? Empfehlung
Name Zur persönlichen Zuordnung und Ansprache. Pflichtfeld
Telefon Zur kurzfristigen Abstimmung der Fahrt. Pflichtfeld
Ort / Abholbereich Zur Prüfung, ob eine Route passt. Pflichtfeld; möglichst keine unnötig genaue Adresse öffentlich anzeigen
Hinfahrt / Rückfahrt Zur konkreten Planung. Pflichtauswahl
Hinweis zur Mobilität Nur wenn organisatorisch nötig, z. B. Rollator oder Einstiegshilfe. Knapp, ohne medizinische Diagnosen

6.2 Nicht empfohlene Datenerhebung

Aus Gründen der Datensparsamkeit sollten insbesondere keine Geburtsdaten, Diagnosen, ausführlichen Gesundheitsangaben, Mitgliedsnummern oder unnötigen privaten Notizen erhoben werden.

6.3 Löschkonzept

Für einzelne Veranstaltungen wird vorgeschlagen, Mitfahrwünsche spätestens nach 30 bis 60 Tagen zu löschen oder zu anonymisieren. Fahrbereitschaften sollten mindestens jährlich bestätigt werden. Nicht mehr aktive Fahrangebote werden deaktiviert oder gelöscht.

7. Nutzen für brothaus

8. Grenzen des Angebots

Die Mitfahrhilfe ist kein gewerblicher Fahrdienst, kein Taxiangebot und keine garantierte Beförderungsleistung.

Es handelt sich um eine ehrenamtliche Unterstützung im Rahmen von brothaus. Ein Mitfahrwunsch begründet keinen Anspruch auf eine Fahrt. Die konkrete Fahrt findet nur statt, wenn eine passende, freiwillige Fahrgelegenheit gefunden wird.

9. Haftung, Sicherheit und praktische Regeln

Vor dem Start sollten einfache Verhaltensregeln beschlossen werden. Dazu gehören:

Eine abschließende Bewertung zu Versicherung und Haftung sollte vor dem Echtbetrieb über die zuständige kirchliche Verwaltung oder Versicherung erfolgen.

10. Technischer Pilotvorschlag

Für den Einstieg wird eine sehr kleine Webanwendung vorgeschlagen. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Design, sondern auf Funktion und Sicherheit.

Baustein Funktion
Mitfahrwunsch-Formular Öffentliches Formular zur Meldung eines Mitfahrwunsches.
Fahrbereitschaft-Formular Formular zur Meldung einer Fahrbereitschaft; optional zunächst nur intern.
Koordinationsübersicht Geschützter Bereich mit offenen Wünschen und Fahrangeboten.
Statusverwaltung Offen, in Klärung, vermittelt, erledigt, abgesagt, nicht möglich.
Löschfunktion Manuelle oder spätere automatische Löschung alter Einträge.

10.1 Keine eigene Domain im ersten Schritt erforderlich

Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollte der Pilot zunächst unter einer vorhandenen technischen Umgebung oder einer bestehenden Subdomain getestet werden. Eine eigene Domain sollte erst reserviert werden, wenn die Leitung von brothaus das Projekt grundsätzlich freigibt und ein realer Bedarf bestätigt ist.

11. Vorgeschlagene Pilotphase

Phase Inhalt Ergebnis
Phase 1 Beschluss und Benennung einer verantwortlichen Koordination. Freigabe zur Vorbereitung.
Phase 2 Datenschutz- und Haftungsprüfung im kleinen Umfang. Klare Rahmenbedingungen.
Phase 3 Technischer Minimalpilot mit wenigen Testpersonen. Funktionstest ohne öffentliche Bewerbung.
Phase 4 Testbetrieb für ausgewählte Gottesdienste oder Veranstaltungen. Erfahrungswerte und Rückmeldungen.
Phase 5 Entscheidung über dauerhaften Betrieb, Ausbau oder Einstellung. Beschluss zur Fortführung.

12. Entscheidungsbedarf der Leitung von brothaus

Für den nächsten Schritt werden folgende Entscheidungen benötigt:

  1. Soll das Projekt grundsätzlich weiter vorbereitet werden?
  2. Wer übernimmt die fachliche Koordination?
  3. Wer ist datenschutzrechtlich verantwortlich?
  4. Soll zunächst nur ein Koordinationsmodell ohne Fahrerportal umgesetzt werden?
  5. Welche Veranstaltungen sollen in der Pilotphase berücksichtigt werden?
  6. Welche Löschfristen werden festgelegt?
  7. Soll vorerst auf eine eigene Domain verzichtet werden?

13. Empfehlung

Das Projekt ist fachlich sinnvoll, wenn es bewusst klein, datensparsam und koordiniert gestartet wird. Es sollte nicht als offene Plattform aufgebaut werden, sondern als geschützte Vermittlungshilfe von brothaus.

Empfohlen wird ein Pilot mit folgenden Leitplanken:

kleiner Start keine öffentliche Fahrerlisten nur notwendige Daten klare Koordination Löschfrist Datenschutzprüfung vor Freischaltung

14. Mustertext für Formular und Einwilligung

14.1 Hinweistext für Mitfahrwunsch

Mit diesem Formular können Sie brothaus mitteilen, dass Sie für eine Veranstaltung eine Mitfahrgelegenheit suchen. Ihre Angaben werden ausschließlich verwendet, um eine mögliche Mitfahrt zu organisieren. Eine Mitfahrt kann nicht garantiert werden.

Ihre Daten werden nicht öffentlich angezeigt. Sie werden nur von berechtigten Personen von brothaus bzw. von einer passenden fahrbereiten Person verarbeitet, soweit dies zur Abstimmung der Fahrt erforderlich ist.

14.2 Einwilligungs-Checkbox

Checkbox: Ich bin damit einverstanden, dass meine Angaben zur Organisation einer Mitfahrgelegenheit verarbeitet und - soweit erforderlich - an eine passende fahrbereite Person weitergegeben werden. Mir ist bekannt, dass ich meine Einwilligung für die Zukunft widerrufen kann.

14.3 Hinweistext für Fahrbereitschaft

Mit diesem Formular können Sie brothaus mitteilen, dass Sie grundsätzlich bereit sind, eine Person zu Gottesdiensten oder Veranstaltungen mitzunehmen. Ihre Kontaktdaten werden nicht öffentlich angezeigt. Sie werden nur zur Koordination der Mitfahrhilfe genutzt.

15. Grobe technische Datenstruktur

Für eine spätere Umsetzung reichen zunächst wenige Datenbereiche. Diese Aufstellung dient nur der Planung und ist noch keine technische Endfassung.

Datenbereich Beispiele
Veranstaltungen Titel, Datum, Uhrzeit, Ort, aktiv ja/nein
Mitfahrwünsche Name, Telefon, Wohnort/Abholbereich, Veranstaltung, Hinfahrt/Rückfahrt, Bemerkung, Status
Fahrbereitschaften Name, Telefon, Wohnort, verfügbare Plätze, Richtung, Hinweise, aktiv ja/nein
Benutzer / Rollen Admin, Koordination, später optional Fahrerbereich
Protokoll Eintrag erstellt, Status geändert, gelöscht/anonymisiert

16. Quellen und Orientierung

Diese Projektbeschreibung ersetzt keine Rechtsberatung. Sie ist eine organisatorische Entscheidungsgrundlage für die Leitung von brothaus.

17. Beschlussvermerk

Die Leitung von brothaus hat die Projektbeschreibung beraten.

Ort, Datum
Unterschrift / Funktion
Beschluss: freigegeben / zurückgestellt / abgelehnt
Bemerkung